In der Backbeat Session spielen The Monotypes ihre vier Songs „Good Golly Miss Molly“, „Rock And Roll Music“, „Twenty Flight Rock“, und „Long Tall Sally“ in einer Vintage-Kulisse und erzählen im Electronic Press Kit, warum Sie die Musik machen, die zwei Generationen vor ihnen ihre Blütezeit hatte.

An einem lauen Spätsommerabend hab' ich mich mit den Monotypes auf dem Balkon von Hank, dem Drummer, zu einem Bier getroffen und es wurde schnell klar, dass wir eine Livesession mit vier Songs und einem Interview drehen würden. Das Ganze als Electronic Press Kit mit dem Titel "Backbeat Session". "Backbeat", weil die Monotypes alte Rock'n'Roll-Songs neu verpacken und stilecht auf die Bühne und in den Gehörgang bringen.

Ob Hank an seinem original Ludwig-Set oder Johnny mit seinem Sennheiser MD 421, auch optisch klamotten-technisch lassen die Monotypes die 50er und 60er auferstehen. Und dieses Setting war dann auch Anhaltspunkt für das Set, in welchem wir die Performance ablichten wollen würden. Die Wahl fiel dann relativ schnell auf die Mehrzweckhalle in Krofdorf, die mit ihrem glänzenden Dielenboden, den tiefroten Samtvorhängen auf der Bühne und ihrer Weitläufigkeit ein wunderbares Set für unser Vorhaben eröffnete.

Als ich dann am Drehtag mit meinem Kameraassistenten Philipp von Phinal am Drehort aufschlug, hatten Hank, Fred, Johnny, Andrew und Dave schon alles vorbereitet: das Zentrum der Halle wurde zur Stage mit Teppich und auf der Bühne stand ein Wohnzimmer im Vintage-Look mit Radio, Zeitungshalter, Couch und einem Playboy von 1965. In diesem Wohnzimmer drehten wir dann zunächst das Interview für das EPK mit zwei Sony A7S, eine davon - die Hauptkamera - in 4K auf den Atomos Shogun, um Bildauschnittsanpassungen in der Postproduktion für nähere Einstellungen zu ermöglichen. Beide Kameras waren mit klassischen manuellen Objektiven, eine 50mm Canon FD Linse und das 35mm Voigtländer Nokton, ausgestattet.

Nachdem uns die Jungs erzählt haben, wie sie dazu gekommen sind, Musik aus einer Zeit lange vor ihrer Zeit zu spielen, haben wir mit dem gleichen Setup dann die Performance der vier Songs gedreht. Zunächst immer parallel die Closeups der einzelnen Akteure, danach die Totalen und Teleeinstellungen, abschließend haben wir dann eine der A7S auf einen Dreiachsen-Gimbal umgeriggt und mit einer weiteren manuellen Tokina-Linse mit variabler Brennweite ausgestattet, um schnelle Einstellungsgrößenanpassungen zu ermöglichen. Mit diesem Setup war der Dreh von Kreisfahrten und Fly-Throughs möglich, wie sie u.A. dann in "Twenty Flight Rock" zu sehen sind. Beim ersten Take dazu haben wir leider die gesamte Stromversorgung der Stage aus der Dose gerissen, was wir aber erst merkten, als uns die Band aufgrund der weggebrochenen InEar-Monitorings verstört anschaute.

InEar-Monitoring eben deshalb, da die Band die Songs live während des Drehs über ein Behringer X32 direkt eingespielt hat. In der Postproduktion erfolgte dann lediglich eine Mischung und ein Mastering in Zusammenarbeit mit meinem Bruder Sebastian von Gießen Golden Records und nur noch eine leichte Farbkorrektur, da aufgrund der Holzvertäfelung in der Halle und den acht ARRIs die Farben schon perfekt ins Setting passten.

Und so ist es, wie es am Ende einer jeden Produktion ist: man blickt zurück auf einen coolen Job mit einem wiederholt guten Team und fünf Spitzenmusikern; wehmütig, weil's vorbei ist, aber auch stolz, das Ergebnis auf die Bildfläche zu lassen.

#havesomefuntonight

Deutschland 2015 - Kamera: Philipp Maurer, Benjamin Rupp - Ton: Sebastian Rupp - Montage & Bearbeitung: Benjamin Rupp - eine Zusammenarbeit von Bildrebell, Phinal & Gießen Golden Records in der bild/ton Manufaktur - eine Bildrebell Produktion